Rainer Silbernagl
Korruption im Staatsdienst
Hardcover, 15 x 23 cm
ISBN 978-3-7097-0290-1
Erscheinungsdatum: 16.03.2022
Lieferbar
inkl. MwSt. zuzügl. Versandkosten
Der Begriff »Korruption« ist aktuell in aller Munde – allerdings ist Korruption kein modernes Phänomen; erste Strafbestimmungen finden sich bereits Mitte des 18. vorchristlichen Jahrhunderts im Kodex Hammurabi oder im Edikt des Horemheb um 1300 vor unserer Zeit. Die Habsburgermonarchie kannte bereits eine Fülle von Bestimmungen, die Korruption hintanhalten sollten.
Der Autor setzt sich in seiner Untersuchung mit den gesetzlichhistorisch fassbaren Kernbereichen des Phänomens Korruption auseinander. Sie konzentriert sich auf den Bereich des Straf-, Zivil- und des heute so bezeichneten Beamtendienstrechtes und richtet den Fokus auf den Bereich der Korruption im staatlichen Bereich. Es wird damit auf die zentralen Kernpunkte korrupten Verhaltens,nämlich die heutigen strafrechtlichen Bestimmungen der Bestechlichkeit, des Amtsmissbrauches und der ihnen nahestehenden Delikte, wie des Verrats des Amtsgeheimnisses sowie der Haftungselemente der Beamten- und Staatshaftung, abgestellt.
Die im Anhang auf über 70 Seiten dargestellten Rechtsquellen – vom Beamteneid der Räte der österreichischen Hofkanzlei von 1681 über das Diäten-Reglement von 1749 bis hin zum Protokoll über die im Jänner 1909 im Justizministerium stattgehabten interministeriellen Sitzungen zum Strafgesetzentwurf, ebenso wie die Ausgabenrechnungen für Beamte oder die Gehaltsschemata des Neoabsolutismus - machen das Buch nicht nur für alle rechtshistorisch Interessierten zu einer Fundgrube, sondern für alle, die sich mit dem Phänomen Korruption vertieft auseinandersetzen möchten.
[...] Ein umfangreiches Literaturverzeichnis und ein Stichwortverzeichnis runden den sehr gut geschriebenen und insgesamt als sehr gelungen zu bezeichnenden Band ab.
Wer sollte zu diesem [...] Buch greifen? Jedenfalls historisch im Allgemeinen und an der Geschichte des Beamtentums im Besonderen Interessierte; dann Legist:innen, Personalvertreter:innen, Betriebsräte und Personen, die in ihrer Berufstätigkeit mit Unvereinbarkeiten ("Compliance-Regeln") zu tun haben, und schließlich alle jene anderen, die angesichts der uns fast alltäglich in den Medien vorgeführten Korruption Trost in der Vergangenheit suchen. [...]
17.10.2023 - DRdA 5/2023, S. 430 f; Rudolf Müller
In Zeiten, in denen Österreich immer wieder von fast schon lustig anmutenden Korruptionsfällen heimgesucht wird und in internationalen Korruptionsindices immer weiter absinkt, während der Bundeskanzler kein Korruptionsproblem erkennen kann, bietet dieses historisch-rechtswissenschaftliche Buch eine willkommene Abwechslung.
[...] Eine Sammlung von historischen Quellen und Rechtstexten zum authentischen Nachlesen der analysierten Themen samt umfangreichem Literaturverzeichnis auf den letzten 100 Seiten rundet das historisch wertvolle und angenehm geschriebene Werk ab.
07.12.2023 - ÖHW 2/2023, S. 273 f; Philipp Lust
Dr. Rainer Silbernagl hat die Studien der Rechtswissenschaften an der Universität Innsbruck absolviert. Er ist als Lektor an der Universität Innsbruck und anderen Hochschulen, sowie als Referent (Berater) der Kammer für Arbeiter und Angestellte Tirol und als freier Redaktionsmitarbeiter eines juristischen Verlages tätig. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Liechtenstein (Institut für Wirtschaftsrecht, Lehrstuhl für Bank- und Finanzmarktrecht), Salzburg (Fachbereich Privatrecht, Zivilverfahrensrecht) und Innsbruck (Institut für Rechtsgeschichte, Dekanat der Rechtswissenschaftlichen Fakultät). Seine Ausbildung zum Rechtsanwalt und Richter schloss er in Innsbruck ab. Forschungs- und Vortragsgebiete sind das Arbeits-, Sozial-, Zivil-, Zivilverfahrens-, Datenschutz-, Gesundheits-, Konsumentenschutz- sowie das Bank- und Finanzmarktrecht.