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Medizinische Selbstbestimmung in Alten- und Pflegeheimen

Verena-Maria Niedrist

Medizinische Selbstbestimmung in Alten- und Pflegeheimen

XX, 340 Seiten
Broschiert, 15 x 23 cm
ISBN 978-3-7097-0319-9
Erscheinungsdatum: 01.03.2023
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Das vorliegende Werk beleuchtet das Recht auf Selbstbestimmung im Zusammenhang mit medizinischen Behandlungen in den Institutionen der Alten- und Pflegeheime.

Feststellungen der präventiven Menschenrechtskontrolle zufolge sind alte Menschen oftmals gefährdet, einer Fremdbestimmung und damit einhergehenden Einschränkungen bezüglich ihres Selbstbestimmungsrechts zu unterliegen. Diese Gefahr besteht in Alten- und Pflegeheimen in besonderem Maße, denn institutionellen Betreuungseinrichtungen ist in der Regel eine Machtdisparität immanent.

Vor diesem Hintergrund wird der Rechtsrahmen bei der Betreuung in Alten- und Pflegeheimen aus öffentlich-rechtlicher, zivilrechtlicher und strafrechtlicher Sicht dargelegt. Im Speziellen werden die Anforderungen an die informierte Einwilligung bei medizinischen Behandlungen und damit die Rechtmäßigkeit derartiger Interventionen erörtert. Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf den Vertretungsmodellen, die mit Inkrafttreten des 2. ErwSchG im Jahr 2018 umfassend reformiert wurden. Diese sind für in ihrer Entscheidungsfähigkeit eingeschränkte Personen von Relevanz. Dargestellt werden sowohl die Modelle der Erwachsenenvertretung als auch die Möglichkeiten der Vorausplanung von Behandlungen – beispielsweise in Form einer Patientenverfügung.

Neben der Auswertung einschlägiger Literatur, Gesetzesmaterialien und Judikatur kommt es zur umfassenden Analyse der relevanten einfachgesetzlichen Normen anhand der grundrechtlichen Gewährleistungen, wobei insbesondere das aus Art 8 EMRK ableitbare Selbstbestimmungsrecht im Fokus der Überprüfung steht.

Die Dissertation, die diesem Werk zugrunde liegt, wurde mit folgenden Preisen ausgezeichnet:

 

 

 

 

 

 

... eine ausführliche Darstellung aller|relevanten Rechtsgrundlagen ...

[...] Insgesamt handelt es sich bei diesem knapp über 300 Seiten umfassenden Buch um eine ausführliche Darstellung aller relevanten Rechtsgrundlagen, die für die medizinische Selbstbestimmung im Setting der stationären Versorgung pflegebedürftiger Menschen relevant sind. Der Schwerpunkt liegt auf den grundrechtlichen Aspekten, zivil- und strafrechtliche Fragestellungen werden aber durchaus auch besprochen.

Es handelt sich um ein rechtswissenschaftliches Werk, es ist aber nicht nur für Jurist:innen brauchbar. Die Themenbereiche sind nämlich gut strukturiert und die Fragestellungen konzis und gut lesbar dargestellt. Es ist also allen zu empfehlen, die die rechtlichen Grundlagen in diesem Bereich kennenlernen und sich darin vertiefen oder die auch nur ab und zu nachlesen möchten, um sich rechtliche Klarheit zu verschaffen.


28.06.2023 - JMG 2/2023, S. 202; Michael Ganner
... wird für all jene, die sich mit der medizinischen |Selbstbestimmung beschäftigen, ein großer Gewinn sein.

[...] Mit dem vorliegenden Werk hat die Autorin Neuland betreten, gab es in Österreich doch bis dato keine rechtswissenschaftliche Arbeit, in der das Selbstbestimmungsrecht von älteren Personen in Alten- und Pflegeheimen speziell im Hinblick auf den Grundrechtsschutz betreffend die Art 2, 3 und 8 EMRK näher behandelt wird. Es wird daher für all jene, die sich mit der medizinischen Selbstbestimmung in derartigen Einrichtungen beschäftigen, ein großer Gewinn sein.


12.10.2023 - NLMR 4/2023, S. 419 f; Eduard Christian Schöpfer
Besonders wertvoll sind die praxisnahen Fallbeispiele ...

Verena-Maria Niedrist beleuchtet in ihrem Werk „Medizinische Selbstbestimmung in Alten- und Pflegeheimen“ ein aktuelles und doch wenig diskutiertes Thema: Wie können und sollen ältere Menschen in Pflegeeinrichtungen über ihre medizinische Versorgung entscheiden? Das Buch geht dabei auf zentrale Fragen zur Autonomie, den rechtlichen Rahmenbedingungen und den ethischen Dilemmata ein, die in der täglichen Praxis in Alten- und Pflegeheimen auftreten. Niedrist thematisiert insbesondere den Balanceakt zwischen der Wahrung der Selbstbestimmung der Bewohner und der notwendigen Fürsorge seitens des Pflegepersonals.

Im Zentrum des Buches steht die Auseinandersetzung mit der Patientenautonomie und dem Begriff der informed consent, also der informierten Einwilligung. Die Autorin zeigt, dass das Recht auf Selbstbestimmung in der medizinischen Behandlung auch im hohen Alter nicht an Bedeutung verliert. Gleichzeitig stellt sie die Herausforderungen dar, denen sich Pflegekräfte, Ärzte und Angehörige gegenübersehen, wenn die kognitive Leistungsfähigkeit der Betroffenen nachlässt und Entscheidungen über komplexe medizinische Eingriffe anstehen. Hierbei geht Niedrist detailliert auf die rechtlichen Regelungen in Österreich ein und vergleicht sie mit internationalen Standards.

Ein weiterer Schwerpunkt des Buches liegt auf den ethischen Fragen, die sich bei der Betreuung und Pflege älterer Menschen in Heimen stellen. Niedrist thematisiert, wie Pflegeheime eine Umgebung schaffen können, die das Recht auf Selbstbestimmung unterstützt, ohne die notwendige medizinische Versorgung zu gefährden. Besonders wertvoll sind die praxisnahen Fallbeispiele, die Niedrist in das Buch einbindet. Diese illustrieren anschaulich, wie schwierig die Entscheidung sein kann, wenn etwa Bewohner eine lebenswichtige Behandlung verweigern oder keine klaren Wünsche geäußert haben.


12.11.2024 - Blickpunkte 4/2024, S. 50; Markus Drechsler
Mag.a Dr.in Verena-Maria Niedrist

Senior Scientist, Österreichisches Institut für Menschenrechte

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