Elmar Buchstätter
Kindeswohl und Elternschaft
Broschiert, 15 x 23 cm
ISBN 978-3-7097-0345-8
Erscheinungsdatum: 27.10.2023
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Die Gleichstellung aller Geschlechter in Hinblick auf die Begründung von familiären Strukturen ist aus grundrechtlicher Sicht zu begrüßen, führt aber mitunter zu komplexen mehrpersonalen Sachverhalten, die das geltende Recht der Eltern-Kind-Zuordnung an die Grenze seiner Regelungsfähigkeit bringen. Kraft verfassungsgesetzlichen Auftrags ist das »Kindeswohl« sowohl in der Gesetzgebung als auch der Rechtsanwendung vorrangig zu berücksichtigen. Angesichts seiner begrifflichen Unbestimmtheit erweist sich dies in der Praxis jedoch häufig als schwierig.
Das vorliegende Werk bietet einen konzisen Einblick in die rechtliche Eltern-Kind-Zuordnung in alternativen Familienmodellen. Es zeigt aus der Perspektive des Kindeswohls zahlreiche Problemfelder des geltenden Rechts in allgemein verständlicher Weise auf und bietet kohärente Lösungen an. Von schwerpunktmäßigem Interesse ist die Zuordnung von Kindern, bei denen die rechtliche und die biologische und/oder genetische Elternschaft einer oder beider Elternteile auseinanderfällt sowie rechtliche und ethische Grenzbereiche der aktuellen Fortpflanzungsmedizin.
Gerade in diesem Bereich sind heute vermehrt Verfahren mit Auslandsbezug auszumachen, die spezielle Fragen der kollisionsrechtlichen Anknüpfung und der Anerkennung von ausländischen Entscheidungen über Elternschaft mit sich bringen.
Ein weiteres Themenfeld eröffnen jene Fälle, in denen keine rechtliche Eltern-Kind-Zuordnung stattfindet, dennoch aber eine familiäre Nahebeziehung besteht, die mit der Ausübung von Elementen faktischer Elternschaft einhergeht. Hier stellt sich die Frage, ob und inwieweit die Mitwirkung eines Dritten an der elterlichen Verantwortung gerechtfertigt ist.
[...] Das vorliegende Werk richtet das Hauptaugenmerk auf die Unklarheiten, die die rechtliche Zuordnung von Kindern in alternativen Familienkonstruktionen in verfahrensrechtlicher Hinsicht mit sich bringt. Das Erwachsenen-Kind-Verhältnis wird im Zusammenhang mit diversen Familienmodellen aufgearbeitet, darunter insb Adoptivfamilien, grenzüberschreitende Familien, Stieffamilien und Familien, deren Kinder mithilfe von medizinisch unterstützter Fortpflanzung gezeugt wurden.
[...] Ein weiterer Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf der Problematik der rechtlichen Elternschaft mit Auslandsbezug, die aufgrund der rasanten demographischen Änderungen sehr hohe rechtliche Bedeutung gewann. Grenzüberschreitende Sachverhalte bringen eine Vielzahl an rechtlichen Fragen mit sich, beispielsweise die Zuordnung der internationalen Zuständigkeit und die Untersuchung ausländischer familienrechtlicher Entscheidungen auf ihre Vereinbarkeit mit dem österreichischen Recht. [...]
Die Komplexität moderner Familienstrukturen insb in Hinblick auf die rechtliche Zuordnung der involvierten Kinder stellt auch für die Gerichte oft eine Herausforderung dar. Nicht ohne Grund sind Adoption und Abstammung häufig Entscheidungsgegenstände der Höchstgerichte. Das vorliegende Werk bietet einen wertvollen Einblick in die Vielschichtigkeit der rechtlichen Problematik der Elternschaft und der Kindeszuordnung und hat dabei stets und vorrangig das Kindeswohl als unabdingbaren Maßstab im Blick.
12.03.2024 - NLMR 1/2024, S. 77f; Lea Heckmann
Als ehemaliger "Geburtenbuch-Standesbeamter" in einem Standesamt mit jährlich mehr als 1300 Geburtsbeurkundungen ist dieses Buch eine hochinteressante gedankliche Zeitreise zurück in den Berufsalltag. Ausgehend von der Familie im Rechtssinn, zu Kindern als Rechtssubjekte, zur rechtlichen Elternschaft durch Abstammung und zum alternativen Konzept rechtlicher Elternschaft (Adoption und Pflegeelternschaft) bis zur faktischen Elternschaft in Stieffamilien werden die im Buchtitel genannten Bereiche bestens dargestellt. Obwohl als Dissertationsschrift verfasst, hat es der Autor in hervorragender Weise geschafft, gut lesbare und vertiefende Literatur zu diesen spannenden und alltäglichen Lebensrealitäten zu verfassen.
11.09.2024 - ÖStA 7-8/2024, S. 109; Johann Fally
[...] In his research, Dr. Elmar Buchstaetter goes beyond merely defining and structuring the concept of the best interests of the child. He explores the topic within the wider framework of family dynamics, parenthood, and other aspects of family law. The book places significant emphasis on analysing the ECHR as well as the case law of the ECtHR. Moreover, it provides a detailed comparative review of Austrian, German and Swiss case law.
The author clarifies at the outset that the purpose of his work is not to ascribe new ethical-philosophical meanings to existing laws or to reclassify norms in a dogmatic way. Instead, the aim is to delineate the substantive dimensions of the best interests of the child principle across various methods in establishing legal parenthood, balancing the rights and duties of adults and children. [...]
The entire work is not only intriguing and well-written but also shows a high quality of reasoning through in-depth analyses and well-founded conclusions. For these reasons, Dr. Elmar Buchstaetter´s book is strongly recommended for family law experts as well as anyone interested in family relations.
22.10.2024 - AJEE, S. 541 f; Vytautas Nekrošius
Das hier zu besprechende Werk [...] bietet erstmals in Österreich einen (monografischen) Einblick in die rechtliche Eltern-Kind-Zuordnung in modernen Familienmodellen. Die insgesamt 218 Seiten umfassende Arbeit gliedert sich inhaltlich [...] in fünf Hauptkapitel, die ihrerseits über eine für den Leser gut nachvollziehbare Unterstruktur verfügen.
[...] Insgesamt ist festzuhalten, dass die vorgelegte Monografie einen anschaulichen und umfassenden Überblick über die gesetzlichen Regelungen der Eltern-Kind-Zuordnung im autonom österreichischen und europäischen Recht bietet. Dem Verfasser ist es gelungen, unter Auswertung der einschlägigen Rsp und Lit die entsprechenden rechtlichen Problembereiche aufzuzeigen und - wo notwendig - eigene Lösungsvorschläge zu unterbreiten. Das Buch von Elmar Buchstätter sollte daher [...] in keiner „familienrechtlichen“ Bibliothek fehlen.
04.11.2024 - AnwBl 11/2024, S. 652 f; Klaus Markowetz
Fachbereich Privatrecht, Paris-Lodron-Universität Salzburg