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Der Einsatz von Placebos in der Medizin aus juristischer Sicht

Maria-Kristina Steiner

Der Einsatz von Placebos in der Medizin aus juristischer Sicht

XXVI, 600 Seiten
Broschiert, 15 x 23 cm
ISBN 978-3-7097-0346-5
Erscheinungsdatum: 18.04.2024
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Die Wirkung von Placebos – z.B. gegen Schmerzen – im Körper ist eine tatsächliche. Es steht fest, dass assoziierte Umstandseffekte mittels moderner bildgebender Verfahren gleichermaßen lokalisierbar sind wie Verumeffekte und es sich beim Einsatz von Placebos – auch außerhalb klinischer Studien - keineswegs um eine unbedeutende Randerscheinung, sondern ein de facto etabliertes Konzept handelt.

Aus rechtlicher Sicht ist der Placeboeinsatz jedoch alles andere als eindeutig geklärt, da es keine nationale Gesetzgebung gibt, die den Umgang mit Placebos im individuellen Arzt-Patient-Verhältnis expressis verbis regelt. Das vorliegende Buch untersucht die Anwendbarkeit bestehender Rechtsvorschriften, um die derzeitige Prävalenz des praktischen Tuns auf eine solide juristische Basis zu stellen. Wesentlicher Inhalt der Betrachtung ist die Feststellung der Rechtmäßigkeit des Placeboeinsatzes unter Berücksichtigung der relevanten Parameter, wie die mögliche Einordnung von Placebos unter das Arzneimittelgesetz, die Abgrenzung zwischen medizinischer Heilbehandlung und individuellem Heilversuch, die notwendige medizinische Indikation und die Risikoanalyse.

Neben den Anforderungen an eine korrekte ärztliche Aufklärung werden auch Haftungsfragen adressiert und die Konsequenzen eines (un)rechtmäßigen Placeboeinsatzes – aus schadenersatzrechtlicher und strafrechtlicher Sicht – aufgezeigt.

Die abschließende Interpretation der Ergebnisse aus einer eigens konzipierten rechtstatsächlichen Datenerhebung unter der österreichischen Ärzteschaft verdeutlicht den Ausgangspunkt für die reformierenden Denkanstöße der vorliegenden Abhandlung.

 

 

 

 

... eine außerordentlich gelungene Arbeit ...

[...] Es ist in der Sache eine außerordentlich gelungene Arbeit, bei der die Autorin insb auch im Bereich der Medizin umfangreiche Vorerkundigungen und Nachforschungen angestellt hat. [...]

Was auf der medizinischen Ebene offenbar bereits ausreichend klar wissenschaftlich gesichert ist, bringt dennoch auf der rechtlichen Ebene neuartige Rechtsprobleme, denen sich die Autorin widmet, wobei auch der Rechtsvergleich vor allem mit Deutschland gezogen wird: Ausgangspunkt ist der Befund, dass de lege lata der Einsatz von Placebos nicht ausdrücklich gesetzlich geregelt ist. In der unmittelbaren Rechtsbeziehung zum Patienten ist man daher gezwungen, aus den allgemeinen Regeln des Medizinrechts bzw des Zivilrechts das angesprochene Phänomen zu lösen.

Zentral ist die Untersuchung der relevanten Regelungen des positiven Rechts im Hinblick auf die spezifischen Probleme eines Placeboeinsatzes. Die Autorin weist darauf hin, dass der Einsatz von Placebos grundsätzlich dem Stand der medizinischen Wissenschaft entspricht und dem Grunde nach daher rechtmäßig ist.

[...] Interessant ist etwa die Einordnung von Placebos in das Ordnungssystem des AMG (S 158 ff) aber auch - als ganz wesentliches Rechtsproblem - der Abschnitt über die Parameter für eine rechtskonforme Aufklärung im Fall eines Placeboeinsatzes (S 372 ff). Spannend sind dabei die konkreten Ausführungen zur Frage, wie denn nun wirklich die Aufklärung rechtskonform geschehen kann, ohne den Placeboeffekt zu verlieren.

Es ist ein sehr umfassendes und wirklich gelungenes Werk, die Arbeit hat sich zweifelsohne gelohnt.


31.10.2024 - JMG 3/2024, S. 297; Reinhard Resch
Univ.-Ass. Mag. Maria-Kristina Steiner

Univ.-Assin Mag.a und Prae-Doc-Assistentin des DKs Medizinrecht und Gesundheitswesen an der Universität Innsbruck.

 

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